Über das Malen mit Licht und anderen Farben
Die meisten meiner Bilder haben den Anschein, als wären sie gedruckt. Das hat seine Ursache darin, dass ich mich seit fast 20 Jahren mit lasierenden Farben, im besonderen mit jenen aus der Druckindustrie, beschäftige. Ich male wie gedruckt, aber ich drucke nicht. Der Druck ist eine industrielle Technik der Vervielfältigung. Meine Art zu malen bedient sich gewisser Elemente der Drucktechnik, aber meine Bilder sind allesamt Unikate. Die Technik erlaubt mir (manchmal treibt sie mich dazu), rasch und grossflächig zu malen. Mein malerisches Werk umfasst zur Zeit mehrere tausend Arbeiten verschiedenster Grösse. Mein grösstes bisheriges Werk war 400 Quadratmeter(!) gross und schwamm anlässlich des internationalen Kunst-Events “Cittá invisibili - Unsichtbare Städte” im Sommer 1995 in der Bucht von Unterach am Attersee, Dokumentationen dazu gibt es in Form eines ORF-Videos und als Beitrag in einem meiner Kataloge.
Mein Malmedium muss weiss oder transparent sein, weil lasieren bekanntlich durchscheinen heisst. Der Malgrund ist mitbestimmend für die Farbqualität, das eröffnet mir die Möglichkeit, mit Licht zu arbeiten und dadurch eröffnet sich mir auch fast zwangsläufig eine zweite Schiene: die Lichtobjekte. Wie schon die Klassiker der Moderne fasziniert mich das “gemalte” oder durch physikalische Einflüsse “gefärbt” erscheinende Licht. Dieses Licht in eine ästhetische Form gebracht, ergibt eine Licht-Skulptur. Die Lichtträger dieser Arbeiten sind transparente Folien aus der Druckindustrie oder Acrylglas, besser bekannt unter der Bezeichnung “Plexiglas”.
Am liebsten male ich Landschaften und von den Landschaften sind es die Wüsten, die es mir angetan haben. Vor allem deshalb, weil sie meist sehr karg gegliedert sind, zumindest jenes Wüstenbild, das sich plakativ in unserer Vorstellung breit gemacht hat, ist vor allem karg und minimalistisch. Schroffe Felsen sind selten präsent, eher ein erdrückendes Nichts. Ich sehe aber auch in jedem Gesicht, das mir begegnet, eine Landschaft: eine offene, verschlossene, ehrliche, karge, geschundene, fröhliche, zynische und so weiter. Wie die Erde wird das Gesicht geformt von seiner Umgebung. Wie die Wüste vom Wind gezeichnet wird, so wird das Gesicht ebenfalls von einem Wind geformt - von dem, der uns entgegenbläst. Das Gesicht eines Künstlers enthält andere Spuren als das Gesicht eines Politikers oder eines Beamten oder eines Handwerkers. Jede Enttäuschung, jede Freude, jede Tätigkeit verändert das Gesicht, die Mimik und damit die Proportionen. Schon kleinste äusserliche Beeinflussungen zeigen manchmal deutliche Verformungen. Wenn ich in ein Gesicht blicke, dann tue ich das meist so, wie wenn ich es zerschneiden würde mit einem Skalpell. Ich schneide aber nicht, sondern nehme Mass an den Proportionen. Das wirkt auf viele Leute verwirrend, ja abstossend, da tut einer was mit meinem Gesicht, könnte man meinen. Ich will aber nur die Spuren erkennen in jedem Gesicht, den Charakter erkennt man meist an den Spuren. Die Spuren rund um die Augen verraten mir, wie offen der Mensch ist, der sich dahinter verbirgt. Wenn sich nur der Mund zu einem Lächeln verzieht, die Augen aber unbewegt bleiben, ist Vorsicht geboten. Die kleinste Schrägstellung der Augenbrauen kann schon ein Signal sein, kommt der Blick von oben, kommt er von unten, alles hat seine Bedeutung und trägt dazu bei, wie ich mich einem Menschen gegenüber verhalte.
Aus der Serie “Wüstenbilder”
Aus der Serie “Cities”, werk-Nr. dsc01508-cities 08
Aus der Serie “Landscapes”, Werk Nr. dsc01517-landscape-08
Aus der Serie “Landscapes”, Werk Nr. dsc01518-landscape-08
Kleinbild im Format bis 15 x 21 cm: € 50,-
Plexi Bild Bahn. Zur Zeit entsteht im neuen externen Malatelier in Münzkirchen (ehemaliger Bauhof) ein Bild-Vorhang aus Plexi. Masse: Vier senkrechte Bahnen zu 83 x 275 cm.
