Den hier abgebildeten Saguaro-Kaktus mit der wissenschaftlichen Bezeichnung “Carnegiea gigantea” habe ich im Jahre 1992 im Saguaro-Nationalpark im Südwesten der USA fotografiert. Seither begleitet er mich durch mein künstlerisches Leben. Bei dieser Reise in eine der unwirtlichsten Gegenden unseres Planeten erblickte ich sie zum ersten Mal, die „Giganten der Wüste“. Vom ersten Aufeinandertreffen an übten sie auf mich eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Ich gehöre nicht zu den den leidenschaftlichen Kakteen-Sammlern, es war aber eine Art Respekt, die in mir ausgelöst wurde, der Respekt vor einem Lebewesen, das der feindlichen Umgebung trotzt. Ein Kaktus kann nicht verdorren, dazu ist sein Bau viel zu ausgeklügelt, er kann schlechtestenfalls ersäufen. Er zeigt es seinen Feinden mit den Stacheln, die ihm eine perfekte Rüstung sind. Mit seinem inneren Feuchtigkeitsgehalt (bis zu 5 Tonnen Wasser) ist er vielen Lebewesen ein Retter in der Not. Seine Früchte sind nahrhaft und erfrischend. Und er hat eine hohe Lebenserwartung, bis zu 200 Jahre, sofern er nicht den vielen Gefahren, die ihm durch Mensch und Tier widerfahren, erlegen ist. Was mich von Anfang an an diesen Geschöpfen faszinierte, war der symbolische Charakter, den sie ausstrahlten, dieser herbe Charme. Wie man sich in so einer feindlichen Umgebung behaupten kann, aus dieser sogar einen Nutzen für sich und seine Umgebung erzielt, das zeugt auch von einer gewissen sozialen Intelligenz. Und es war sozusagen ein Fingerzeig, ein „stechender“ Appell, sich dem Diktat der heutigen Gesellschaft zu widersetzen, zu trotzen, sich nicht dem Mainstream von Genuss und geistiger Öde hinzugeben.
Damals schon hat sich die Idee in mir verfestigt, den Kaktus als Symbol, als Metapher für die gesellschaftlichen Auswüchse unserer Zeit einzusetzen. Die Frage war bloss wann und wie. Wie kann man einen Kaktus erschaffen mit Mitteln, die ihn verfremden, die ihn aber auch als glaubhafte Metapher darstellen lassen? Erst als ich mich eingehend mit Reflexionen, Transmissionen und anderen Phänomenen des Lichts beschäftigte, kam das Thema Kaktus immer und immer wieder.
Und eines Tages machte ich aus einigen Metern übrig gebliebenen Maschendrahts die Probe aufs Exempel, und siehe da, ein Kaktus war geboren, etwas ungelenk zwar und unproportioniert, aber es war unverkennbar ein Kaktus. Eine Garten-Steckleuchte machte aus ihm in der Dunkelheit den ersten LichtKaktus. Die Wirkung des ersten Modells war verblüffend. Und verblüffend einfach war auch das Prinzip: Ein Stück Draht wird beleuchtet und die Reflexion des Lichtes im Draht bewirkt, dass es aussieht, als würde der Draht glühen. Bei Tag eher unscheinbar sich der Umgebung anpassend, entwickelt er nächtens seine ganze - auch symbolische – Leuchtkraft. Je nach Lichtquelle erscheint der Kaktus einmal rot, einmal blau und einmal grün. Es dauerte wieder ein paar Jahre, bis sich der erste LichtKaktus akklimatisiert hatte und sich anschickte, sich zu vermehren. Der Anlass war ein internationaler Skulpturen-Event im Juli 2003 in Nürnberg, für den ich eine „Licht-Kakteen-Gruppe“ in Form einer digitalen Skizze einreichte. Eine internationale Jury war von der Wirkung und Aussagekraft meiner Lichtobjekte angetan und erklärte diese zum Sieger dieses Events, wegen des „…sicheren Gefühls für die Umgebung, dem gewissen Mass an Harmonie und Irritation, mit Verfremdungseffekten der Landschaft nahe kommend, sich in Harmonie von ihr entfernend…“
Durch diesen ninternationalen Erfolg beflügelt hatte ich einige Angebote zu Ausstellungen und -beteiligungen, wie z.B. in Nürnberg im November 2003. Ein Meilenstein war aber die Ausstellung von 14 LichtKakteen im Kurpark der Barmherzigen Brüder in Schärding. Diese Ausstellung brachte mir ein nachhaltiges, sehr positives Echo in sehr vielen Medien in und ausserhalb des Landes.

Die LichtKakteen wurden von mir kontinuierlich weiterentwickelt und perfektioniert, der grösste von ihnen steht direkt vor dem Atelier und hat eine Höhe von ca. 7 Metern.
Ohne Dokumentation sind die Werke eines Künstlers nicht annähernd soviel wert. Von meinen LichtKakteen existieren bereits eine stattliche Anzahl von ausgezeichneten Aufnahmen, die sich in die Sphäre einer eigenen Kunstgattung erhoben haben: in die der Fotografie. Im folgenden sehen Sie eine minimale Auswahl dieser fotografischen Arbeiten.



LichtKakteen - die neue Generation
LichtKaktus mit Stacheln im Topf, 2009, Höhe ca. 230cm
Die neue Seria an LichtKakteen besticht im wahrsten Sinne des Wortes, allerdings sind die Stacheln aus Kabelbindern und daher zum Stechen nicht fähig, dafür reflektieren die Kabelbinder das Licht, das sich im Topf befindet und verleihen ihm dadurch einen skurril-ironischen Charakter. Der Kaktusteil lässt sich ganz leicht aus dem Topf entfernen und wieder einsetzen, man kann ihn somit ganz leicht bei Herannahen eines Unwetters in Sicherheit bringen. Der LichKaktus mit Stacheln im Topf macht auch im Innenbereich gute Figur. Zu sehen und zu erwerben sind die LichtKakteen der neuen Generation im Skulpturengarten der Fam. Luckeneder in Rainbach im Innkreis, in der “Galerie in der Schmiede” in Linz-Pasching, in der “KätheZwachGalerie” in Schörfling am Attersee und in der Galerie Schloss Puchheim in Attnang-Puchheim.
Der Preis beträgt beim obigen Beispiel in allen Galerien einheitlich € 1.800,- exkl. 10%MWSt.
LichtKaktus mit Stacheln im Topf, 2009, Detailaufnahme